Automatisierte Fahrzeuge: Wie sicher ist sicher genug?

Dieser Frage geht Blickfeld mit 9 weiteren Partnern im vom Bundesforschungsministerium geförderten Forschungsprojekt „VIVALDI“ auf den Grund. Damit automatisierte Fahrzeuge so sicher wie möglich werden, müssen viele Testkilometer gefahren werden. Dies findet sowohl auf der Straße als auch virtuell in Simulationen statt. Um die Zuverlässigkeit zu erhöhen, werden im Rahmen von VIVALDI hierzu virtuelle Testmethoden entwickelt.

Das Projekt im Überblick:

Worum geht es?

Das Projekt VIVALDI hat das Ziel, virtuelle Fahrtests für das automatisierte Fahren voranzubringen und für die weltweite Standardisierung vorzubereiten. Hierzu werden virtuelle Testmethoden und -umgebungen für Sensorsysteme, bestehend aus Kamera, Radar und LiDAR, entwickelt.

Wie ist Blickfeld involviert?

Blickfeld hat die Aufgabe, Szenarien zu entwerfen, für die LiDAR entscheidende Informationen liefert. Dabei werden Alltagssituationen genauso simuliert, wie so genannte Edge Cases, die selten auftreten, aber in denen ein automatisiertes Fahrzeug dennoch die richtige Handlungsentscheidung treffen muss. Für die Simulation ist es zudem entscheidend, die gesamte Umgebung genauestens zu charakterisieren. Hierbei bestimmt Blickfeld, welche Parameter ausschlaggebend sind, um LiDAR-Sensoren erfolgreich zu testen. Darüber hinaus stellt Blickfeld die LiDAR Sensorik für das Testfahrzeug.

Welche Testmethoden werden entwickelt?

Das Projekt umfasst die Simulation, also die digitale Nachbildung der Fahrzeugsensorik; die Modellierung, also die Nachbildung aller funktionsgebenden Einflüsse, etwa Sensoren, Ausbreitung der Sensorsignale und Fahrzeugumgebung; und, als letzten Schritt zur Serientauglichkeit und Marktfreigabe, die Validierung, die Absicherung aller Testergebnisse.

Um die virtuellen Tests zu validieren, werden diese zudem mit realen Tests verglichen. Daher kommt im Rahmen des Projektes ein Testfahrzeug zum Einsatz.

Im Vivaldi Forschungsprojekt werden virtuelle Testmethoden entwickelt.

Warum sind Simulationen so wichtig für das autonome Fahren?

Sicherheit ist der wichtigste Faktor beim automatisierten Fahren. Kein selbstfahrendes Fahrzeug wird zugelassen werden, wenn seine Sicherheit nicht nachgewiesen werden kann. Das Zusammenspiel von Sensorik und Software für das automatisierte Fahren ist sehr komplex und erfordert daher ausreichende Erprobung. Hierzu müssen viele hunderte von tausenden Testkilometer gefahren werden. Mit Realtests wird diese Zahl zu langsam erreicht. Es kommt daher auf eine Mischung aus Realtests und Simulation an, wobei die Simulation den Großteil der benötigten Testkilometer schultert.

Welche verschiedenen Bedingungen werden simuliert?

Die Sensorsysteme werden virtuell in verschiedenen Umgebungen, wie Stadt, Land oder Autobahn, in verschiedenen Wetterbedingungen sowie mit den verschiedensten Verkehrsteilnehmern getestet. Diese Tests sind in mehreren Stufen geplant; es werden also zunächst einfache Szenarien simuliert, um dann kritische Realverkehrsszenarien zu testen.

Wer ist neben Blickfeld beteiligt?

Die Leitung des Projekts unterliegt der Technischen Universität Ilmenau. Weitere Projektpartner neben Blickfeld sind Mercedes Benz, Continental, AVL Deutschland, IPG Automotive, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt sowie das Karlsruher Institut für Technologie, die Technische Universität Darmstadt und die University of Applied Science in Kempten.

Das Projekt ist Teil eines größeren deutsch-japanischen Forschungsprojektes, das das übergeordnete Ziel hat, hochautomatisierte Fahrzeuge verkehrssicher zu machen.

Wie hoch ist die Fördersumme?

Das Projektvolumen beträgt fast 4,7 Millionen Euro, von denen das Bundesforschungsministerium 3,7 Millionen und die Forschungspartner selbst eine Million Euro finanzieren.

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