„Echtes autonomes Fahren wird ohne LiDAR nicht möglich sein“

Auf ein Gespräch mit Grégory Poillion, Vice President Automotive Sales und Business Development

Seit Juni ist Grégory Poillion als Vice President Automotive Sales und Business Development Teil des Blickfeld Management-Teams und bringt beeindruckende Expertise aus dem Automobilmarkt mit ins Unternehmen. Im Gespräch beschreibt er seine Vision einer autonomen Zukunft, den Blickfeld Spirit und welche wichtigen Learnings er in seine Arbeit bei Blickfeld einfließen lassen möchte.

1. Kannst du dich und deinen professionellen Weg bis jetzt in ein paar Sätzen vorstellen?

Meine 20-jährige Karriere ist geprägt von vielseitigen Erfahrungen aus der Automobilbranche und umfasst verschiedene Funktionen, Produkte und Kulturen. Ich habe mich von der Produktion über die Industrialisierung und das Projektmanagement bis hin zur Leitung von Vertrieb und Business Development entwickelt. Dabei habe ich mit einer Vielzahl von Produkten in den Bereichen Interieur und Antriebsstrang sowohl für PKWs als auch für Nutzfahrzeuge gearbeitet und bin kürzlich in den Bereich der elektrischen Produkte und der Software gewechselt. Als gebürtiger Franzose haben mir diese Positionen erlaubt, in Ländern wie Deutschland, der Tschechischen Republik und der Schweiz zu leben, einen umfassenden Überblick über die Automobilwelt zu gewinnen und gleichzeitig ein starkes Netzwerk aufzubauen.

2. Was hat dich dazu bewegt, zu Blickfeld zu kommen?

Ich bin fasziniert von der Automobilbranche und neuen Technologien – und dabei immer neugierig, etwas Neues auszuprobieren. Autonomes Fahren stellt für mich die nächste „große Revolution“ im Automobilbereich dar. Es wird die Art und Weise, wie Menschen über Mobilität denken, völlig verändern und eine unbegrenzte Anzahl neuer Möglichkeiten eröffnen. In diesem Sinne waren die revolutionären Scanning LiDAR-Sensoren von Blickfeld, das engagierte Team und die Möglichkeit, die Zukunft der Mobilität mitzugestalten, meine Gründe dafür, mich dem Blickfeld-Team anzuschließen.

3. Was ist deine Rolle bei Blickfeld?

Ich bin Vice President Automotive Sales & Business Development. Ich bin der primäre Ansprechpartner für alle Themen rund um Sales und Business Development in unserem Automotive-Geschäft.

4. Welche Erfahrungen wirst du in deine Rolle bei Blickfeld einbringen?

Ich werde meine umfassenden Erfahrungen bei Tier-1s und mit OEMs aus dem Automotive-Bereich einbringen, um Blickfeld bei allen Automotive-spezifischen Themen entlang der Customer Journey zu begleiten. Der Automobilmarkt hat sehr komplexe Strukturen und Prozesse – die jahrelange Arbeit in diesem Bereich gibt mir das Wissen und die Erfahrung, um alle Herausforderungen anzugehen und das Blickfeld-Team durch diese zu führen. 

5. Was war dein erster Eindruck von Blickfeld und was davon hat sich bereits bestätigt?


Wie man es von einem jungen Unternehmen erwartet, ist Blickfeld sehr hands-on und schnelllebig; Entscheidungen werden schnell und effizient getroffen. Ich begegne sehr engagierten Menschen, die mit Leidenschaft bei der Sache sind und gleichzeitig jeden Tag dazu lernen wollen. Das ist ein faszinierendes Arbeitsumfeld!

6. Wie sieht deiner Meinung nach den nächsten Schritten im autonomen Fahren aus?

Traditionelle OEMs werden ihre aktuellen Assistenzssystem-Angebote weiter ausbauen und schrittweise die Leiter der Autonomiestufen hinaufklettern, während sie gleichzeitig die Sicherheitsaspekte klären und dabei immer mehr Akzeptanz bei den privaten Autokunden gewinnen. Es wird daher einige Zeit dauern, bis wir vollautonome Privatfahrzeuge in großen Stückzahlen auf der Straße sehen. Shuttles und Robotaxis werden nach und nach ihre Dienste in den städtischen Gebieten anbieten, wo die Gesetzgebung es zulässt. Weitere Newcomer positionieren sich innerhalb der autonomen Landschaft, indem sie z. B. erweiterte logistische Dienstleistungen oder effizientere Betriebsweisen anbieten. Bei all diesen Entwicklungen ist eines ganz klar: Echtes autonomes Fahren wird ohne LiDAR nicht möglich sein.

7. Wie stellst du dir ganz persönlich die Mobilität der Zukunft vor?

Die Menschen werden zwischen mehr Möglichkeiten wählen können, wie sie von A nach B gelangen. Autonomes Fahren wird den Einzelnen von der Tätigkeit „Autofahren“ befreien, und diese eingesparte Zeit wird mehr Zeit für andere Dinge erlauben, wie Unterhaltung oder Arbeit. Ich glaube aber nicht, dass die individuelle private Mobilität komplett verschwinden wird. Bis zur vollständigen Autonomie ist es noch ein langer Weg, und in verschiedenen Regionen werden sich unterschiedliche Bedürfnisse und Möglichkeiten im Zusammenhang mit dem Einsatz des autonomen Fahrens ergeben. Es wird mit Sicherheit eine Neuverteilung im Markt zwischen traditionellen Autoherstellern und Mobility Newcomern, wie z. B. Robotaxi-Unternehmen, geben, die ein neues Mobilitäts-Ökosystem formen werden. Ich glaube, dass dank des autonomen Fahrens ein signifikanter Teil der Bevölkerung, die in städtischen Umgebungen lebt, sich dafür entscheiden wird, kein eigenes Auto zu besitzen. Dies wird durch den Wunsch nach einer umweltfreundlicheren und nachhaltigeren Mobilität angetrieben, und ich bin sehr gespannt, wohin uns das führen wird.

8. Was sind deine Pläne für den Bereich Sales & Business Development Automotive?

Ich plane, unsere Geschäftsaktivitäten weiter auszubauen, intensiv mit OEMs, Tier-1s und neuen Mobility-Playern zusammenzuarbeiten und dabei einen kundenzentrierten Ansatz zu verfolgen, um die höchste Kundenzufriedenheit in Bezug auf Produkte und Dienstleistungen zu erreichen. Zu den mittelfristigen Plänen gehört der Ausbau des Teams, um die Position von Blickfeld im Automobilgeschäft weiter zu stärken, und natürlich die Führung und Unterstützung dieses Teams.

9. Was ist dein wertvollstes Learning aus den letzten Jahren?

Ich habe im Laufe der Jahre sehr eng mit OEMs zusammengearbeitet und erkannt, dass es entscheidend ist, bei jeder Entscheidung, die man trifft und die sich auf den Kunden auswirken kann, die Position des Kunden zu berücksichtigen und so transparent wie möglich zu sein. Es ist nicht immer trivial zu verstehen, wie groß die Auswirkungen der eigenen Entscheidung auf sie sein können, und Transparenz hilft oft, aus kritischen Situationen mit der Unterstützung der Kunden herauszukommen. Darüber hinaus ist das Automobilgeschäft extrem dynamisch und in Anbetracht der aktuellen Unsicherheiten ist es für mich auch wichtig, resilient zu sein, um sich in diesem intensiven und sehr anspruchsvollen Umfeld zu bewegen. Mein Fokus liegt auch auf den Menschen – sowohl auf den Menschen in meinem Team als auch auf den Menschen um mein Team herum. Ich möchte ihre Arbeit in guten, aber vor allem in schlechten Zeiten unterstützen und sicherstellen, dass ich ihnen den richtigen Rahmen biete, um die Herausforderungen zu meistern, die auf sie zukommen könnten, und ihnen helfen, ihre Ziele – und die des Unternehmens – zu erreichen.

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