“Blickfeld ist nicht einfach nur ein LiDAR-Sensor, es ist eine vollständige LiDAR-Lösung”

Interview mit dem OQ SOLUTIONS-Team

Seit Anfang dieses Jahres ist OQ SOLUTION offizieller Partner von Blickfeld und bringt 3D-LiDAR-Technologie zu Industriekunden in ganz Südkorea. Durch Live-Demonstrationen vor Ort, Proof-of-Concepts und erste Projekte im realen Einsatz hat das Team wertvolle Einblicke in neue LiDAR-Anwendungen, sich wandelnde Kundenanforderungen und die wachsende Nachfrage nach praxistauglichen, sofort einsetzbaren Lösungen gewonnen.

In diesem Interview sprechen wir mit OQ SOLUTIONS darüber, warum das Unternehmen sich für eine Partnerschaft mit Blickfeld entschieden hat, wie Kunden LiDAR in industriellen Anwendungen einsetzen und wo sie die größten Potenziale für die Technologie in Südkorea und der gesamten APAC-Region sehen.

Könnt ihr euch, OQ SOLUTION, kurz vorstellen?

OQ SOLUTION ist ein südkoreanisches Unternehmen, das im August 2021 von CEO Jay Park gegründet wurde und sich auf Physical AI sowie physische Sicherheitslösungen spezialisiert hat. Als Partner für innovative Sensortechnologien vertreiben wir unter anderem 3D-LiDAR von Blickfeld, selbstreinigende Kameras, Gated-Kameras sowie luftgestützte Multispektralsensoren. Ergänzt wird unser Portfolio durch unsere Softwarelösung ASO (Automated Sensor Operator).

Unsere Kunden kommen aus unterschiedlichen Branchen, darunter Luftfahrtsicherheit und Katastrophenschutz und Sicherheitsanwendungen, die Schwer- und Chemieindustrie, die Stahlindustrie, die Marine- und Offshore-Branche sowie der Bereich Special Mobility. Darüber hinaus verfügen wir über langjährige Erfahrung im Bereich Luftfahrtkomponenten und MRO-Services (Maintenance, Repair and Overhaul), wodurch Präzision und Zuverlässigkeit seit jeher zentrale Bestandteile unserer Arbeit sind. Mit diesen Technologien verfolgen wir das Ziel, eine intelligentere und sicherere Welt zu schaffen – eine Welt, in der physische Räume und kritische Infrastrukturen durch zuverlässige Echtzeit-Sensorik geschützt und optimiert werden.

Warum habt ihr euch dazu entschieden, LiDAR im Portfolio aufzunehmen?

Der größte Vorteil von Blickfeld liegt für uns in der engen Verzahnung von Hardware und Software. Die meisten verfügbaren LiDAR-Lösungen beschränken sich darauf, Punktwolkendaten, einen Viewer und eine API bereitzustellen. Kunden müssen anschließend selbst zusätzliche Software entwickeln oder die Daten aufwendig nachbearbeiten, bevor sie diese in ihren operativen Prozessen einsetzen können.

Blickfeld geht einen entscheidenden Schritt weiter: Neben der Hardware stehen bereits einsatzbereite Anwendungen für konkrete industrielle Anwendungsfälle zur Verfügung – beispielsweise für die Volumenmessung oder die Sicherheitsüberwachung. Dadurch können auch Kunden ohne umfangreiche LiDAR-Erfahrung den Mehrwert der Technologie unmittelbar erkennen und produktiv nutzen.

Für uns war daher schnell klar, dass wir Blickfeld nicht nur als Sensor, sondern als vollständige Lösung positionieren können. Genau darin sehen wir einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil und den Grund, warum wir Blickfeld in unser Portfolio aufgenommen haben.

OQ SOLUTIONS bietet die gesamte Qb-Serie von Blickfeld in ihrem Portfolio an

Welche Aspekte der Zusammenarbeit mit Blickfeld waren für euer Team und eure Kunden besonders wertvoll?

Besonders hervorzuheben sind für uns drei Aspekte. Zum einen die Schulungen, die Blickfeld unserem Vertriebsteam angeboten hat. Dadurch können wir Kunden kompetent beraten und technische Fragen direkt beantworten, ohne jede Anfrage an das Blickfeld Team weiterleiten zu müssen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die schnelle und zuverlässige Unterstützung. Ob bei der Vorbereitung von Demonstrationen oder bei technischen Fragen direkt vor Ort – wir erhalten stets zeitnah klare Antworten. Das hilft uns, Projekte effizient voranzutreiben und die Dynamik im Kundengespräch aufrechtzuerhalten.

Darüber hinaus schätzen wir das Vertrauen, das Blickfeld uns als offiziellem Partner für den koreanischen Markt entgegenbringt. Anfragen von Kunden aus Südkorea werden direkt an uns weitergeleitet, was die enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit unterstreicht.

Insgesamt profitieren unsere Kunden davon, dass sie nicht nur ein Produkt erwerben, sondern von fundierter technischer Beratung und lokaler Expertise begleitet werden. Genau das macht die Zusammenarbeit für beide Seiten besonders wertvoll.

Wie beurteilt ihr die aktuelle Bekanntheit der LiDAR-Technologie in Südkorea?

Die Verbreitung von LiDAR in Südkorea nimmt kontinuierlich zu. Während sich das Interesse in der Vergangenheit vor allem auf Anwendungsbereiche wie autonomes Fahren, Robotik sowie Vermessung und Kartierung konzentrierte, beobachten wir inzwischen eine wachsende Zahl von Industrie- und Produktionsunternehmen, die den Einsatz von LiDAR für ihre eigenen Anwendungen prüfen.

Besonders bemerkenswert ist dabei der Wandel in den Fragestellungen unserer Kunden. Früher standen vor allem technische Eigenschaften im Mittelpunkt – etwa „Was ist LiDAR?“, „Wie hoch ist die Punktdichte?“ oder „Welche Reichweite hat das System?“. Heute erhalten wir zunehmend Fragen wie: „Kann LiDAR unser konkretes Problem vor Ort lösen?“, „Lässt sich die Lösung in unsere bestehenden Systeme integrieren?“ oder „Wie können wir die Technologie in unseren Betriebsablauf einbinden?“.

Wir sehen darin ein deutliches Zeichen dafür, dass sich der südkoreanische LiDAR-Markt von einer Phase der rein technischen Bewertung hin zu einer Phase des praktischen Einsatzes entwickelt. Da sich der Markt derzeit rasant von Anwendungen im Bereich autonomes Fahren und Robotik hin zu industriellen Einsatzszenarien erweitert, sind wir überzeugt, dass praxisorientierte LiDAR-Lösungen wie die von Blickfeld in diesem Wandel hervorragend positioniert sind.

Welche Vorteile bietet LiDAR eurer Erfahrung nach im Vergleich zu herkömmlichen Technologien wie Kameras, Radar oder anderen Sensoren?

Der größte Vorteil von LiDAR liegt in seiner Fähigkeit, dreidimensionale Räume direkt zu erfassen. Während Kameras in erster Linie zweidimensionale Bilddaten liefern und Radar vor allem für die Erkennung von Objekten und deren Entfernung geeignet ist, stellt LiDAR räumliche Informationen wie Distanz, Form, Höhe und Volumen in einer intuitiven 3D-Darstellung bereit.

Dadurch eignet sich LiDAR besonders für Anwendungen wie die Volumenmessung, Objekterkennung und die Überwachung räumlicher Bereiche. Da die reale Umgebung als präzise 3D-Daten erfasst und direkt am Computer analysiert werden kann, lassen sich Formen und Veränderungen deutlich genauer erkennen als mit herkömmlichen Sensortechnologien.

Auf Grundlage dieser Stärken konzentrieren wir uns insbesondere auf Anwendungen im Bereich der Schüttgut- und Bestandsverwaltung. Bei verschiedenen Demonstrationen – unter anderem zur Volumenmessung von Düngemittelhalden sowie zur Bestandsmessung von Rohstoffen in einem Schmelzbetrieb – war das Feedback der Kunden durchweg positiv. Besonders geschätzt wurde die Möglichkeit, Form und Volumen der Materiallager mithilfe von LiDAR anschaulich zu visualisieren und präzise zu erfassen.

Welche Anwendungsbereiche stoßen derzeit auf das größte Interesse bei euren Kunden?

Derzeit erhalten wir die meisten Anfragen im Bereich Bestandsmanagement, insbesondere zur Volumenmessung in Düngemittelwerken sowie zur Erfassung von Rohstoffvolumina in Schmelz- und Hüttenbetrieben. Besonders groß ist das Interesse an Industriestandorten, an denen große Mengen an Rohstoffen oder Fertigprodukten gelagert werden – beispielsweise auf Freilagern, in Rohstofflagern oder Schüttgutdepots. An vielen dieser Standorte erfolgt die Bestandsverwaltung noch immer auf Basis von Erfahrungswerten, visuellen Schätzungen, manuellen Messungen oder regelmäßigen Vermessungen durch externe Dienstleister. Entsprechend groß ist das Interesse daran, diesen Prozess mithilfe von LiDAR zu automatisieren und eine präzisere, kontinuierliche Bestandsüberwachung in Echtzeit zu ermöglichen.

Darüber hinaus beobachten wir ein wachsendes Interesse im Bereich Sicherheitsüberwachung. So haben wir Blickfeld LiDAR beispielsweise am Incheon International Airport vorgestellt. Dort wird unter anderem geprüft, inwiefern sich die Technologie für die Erkennung unbefugter Zutritte in Umgebungen mit eingeschränkter Sicht – etwa bei Dunkelheit oder Nebel – eignet.

Technologie zum Anfassen: OQ SOLUTIONS präsentiert die Blickfeld LiDAR-Sensoren in Live-Demos direkt vor Ort bei ihren Kunden

Gab es in euren Gesprächen mit Kunden besonders innovative oder unerwartete Anwendungsfälle?

Ein besonders spannender Anwendungsfall ist für uns das laufende Projekt zur Automatisierung eines Brückenkrans gemeinsam mit Yujing Tech.
An diesem Standort wird derzeit ein Lasermessgerät am Kran eingesetzt, um die Höhe des Rohmaterials zu erfassen. Auf Basis dieser Daten wird bestimmt, an welcher Position der Greifer arbeiten soll. Der Nachteil dieses herkömmlichen Verfahrens besteht jedoch darin, dass lediglich einzelne Messpunkte oder Linien erfasst werden und somit keine vollständige Darstellung des Materialhaufens möglich ist.

Durch den Einsatz von Blickfeld LiDAR lässt sich hingegen die gesamte Form des Materialhaufens dreidimensional erfassen. Dadurch kann die optimale Position für den Greifer deutlich präziser bestimmt werden. Gleichzeitig ermöglicht die Technologie eine kontinuierliche Volumenmessung des Materials, sodass sich die Kranautomatisierung mit einer Echtzeit-Bestandsverwaltung kombinieren lässt.

Aus unserer Sicht macht genau dieser Ansatz den Anwendungsfall besonders innovativ: Statt LiDAR wie üblich stationär für Überwachungs- oder Messaufgaben einzusetzen, wird die Technologie direkt in bewegliche Industrieanlagen integriert und übernimmt dort eine aktive Rolle bei der Prozessautomatisierung.

Wie unterstützt OQ Solution Kunden dabei, LiDAR in ihre bestehende Infrastruktur und ihre Arbeitsabläufe zu integrieren?

Zu Beginn arbeiten wir eng mit unseren Kunden zusammen, um ihre Anforderungen sowie ihre bestehenden Prozesse und Arbeitsabläufe genau zu verstehen. Anschließend führen wir eine Vor-Ort-Begehung durch, bei der wir die Installationsbedingungen, die zu erfassenden Bereiche, mögliche Hindernisse, die Netzwerkinfrastruktur, vorhandene Systeme sowie die Arbeitsabläufe des Personals analysieren.

Auf dieser Grundlage bewerten wir den potenziellen Mehrwert des Einsatzes von Blickfeld LiDAR und entwickeln ein passendes Konzept. Dazu gehören unter anderem Empfehlungen zur optimalen Sensorplatzierung, zur geeigneten Sensorkonfiguration, zum Aufbau einer Demonstration sowie zum sinnvollen Einsatzbereich der Lösung. Verfügt der Kunde bereits über bestehende Systeme, unterstützen wir außerdem dabei, die LiDAR-Daten beziehungsweise die Ausgaben der Blickfeld-Software nahtlos in diese Infrastruktur zu integrieren.

Unser Anspruch geht damit weit über die Bereitstellung der LiDAR-Hardware hinaus. OQ Solution begleitet Kunden von der Analyse der Anforderungen über Demonstrationen und die Auswertung der Ergebnisse bis hin zur Planung der Systemintegration. So stellen wir sicher, dass LiDAR nicht nur installiert, sondern erfolgreich und nachhaltig in die realen Betriebsabläufe integriert wird.

Welches Feedback habt ihr bisher von euren Kunden nach einer Live-Demonstration von LiDAR erhalten?

Das häufigste positive Feedback ist, dass Kunden den praktischen Nutzen der Technologie schnell erkennen können, ohne zunächst selbst zusätzliche Entwicklungsarbeit leisten zu müssen.

Da viele unserer Kunden bislang nur wenig Erfahrung mit LiDAR haben, stehen sie Lösungen, die lediglich Punktwolkendaten liefern und die weitere Entwicklung dem Kunden überlassen, häufig zurückhaltend gegenüber. Durch die bereits integrierten Anwendungen von Blickfeld – etwa für die Volumenmessung oder Sicherheitsüberwachung – können Kunden den konkreten Mehrwert der Technologie dagegen unmittelbar nachvollziehen.

Die Ergebnisse unserer Demonstrationen wurden überwiegend sehr positiv bewertet. Vereinzelt äußerten Kunden jedoch Bedenken hinsichtlich der Investitionskosten. Industriestandorte weisen häufig komplexe Strukturen mit Hindernissen und verdeckten Bereichen auf, sodass in manchen Fällen mehrere LiDAR-Sensoren erforderlich sind. Dies kann die Anfangsinvestition erhöhen. Deshalb analysieren wir gemeinsam mit unseren Kunden den tatsächlichen Anwendungsumfang sowie den zu erwartenden Nutzen und entwickeln auf dieser Basis ein wirtschaftlich sinnvolles und realistisches Einführungskonzept.

Wenn ein Kunde euch fragen würde, warum er sich für Blickfeld entscheiden sollte – was würdet ihr antworten?

Blickfeld ist nicht einfach nur ein LiDAR-Sensor – es ist eine vollständige LiDAR-Lösung, die sich direkt in industriellen Anwendungen einsetzen lässt. Wir haben im Laufe der Jahre mit unterschiedlichsten LiDAR-Systemen gearbeitet, darunter terrestrische LiDAR-Systeme, luftgestützte LiDAR-Lösungen und Mobile Mapping Systems (MMS). In den meisten Fällen endet das Produkt jedoch bei der Erfassung der Daten: Anschließend sind eine aufwendige Nachbearbeitung, zusätzliche Softwareentwicklung und die Analyse durch spezialisierte Fachkräfte erforderlich. Bis die Daten tatsächlich im operativen Betrieb genutzt werden können, vergeht oft viel Zeit und der Einführungsaufwand ist entsprechend hoch.

Blickfeld verfolgt einen anderen Ansatz. Neben der Hardware stehen bereits praxiserprobte Softwareanwendungen für konkrete Einsatzbereiche wie die Volumenmessung oder die Sicherheitsüberwachung zur Verfügung. Kunden können die erfassten LiDAR-Daten dadurch nicht nur visualisieren, sondern unmittelbar zur Lösung realer Herausforderungen vor Ort einsetzen. Deshalb legen wir in unseren Gesprächen heute deutlich weniger Wert auf klassische Hardware-Spezifikationen wie Punktdichte oder Messreichweite. Stattdessen konzentrieren wir uns auf die Fragen, die für unsere Kunden wirklich entscheidend sind: Welches Problem löst Blickfeld? Wie verbessert die Lösung bestehende Arbeitsabläufe? Und welchen konkreten Mehrwert können Unternehmen im täglichen Betrieb erwarten?

Gerade für Unternehmen, die LiDAR einsetzen möchten, aber den Aufwand für zusätzliche Softwareentwicklung oder komplexe Nachbearbeitung scheuen, ist Blickfeld aus unserer Sicht eine besonders praxisnahe, wirtschaftliche und realistische Lösung.

Danke an das OQ SOLUTION-Team!

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